Bello muss zuhause bleiben…

Was Sie bei der Urlaubsbetreuung Ihres Hundes beachten sollten

Man freut sich zwar auf die Urlaubsreise. Doch da ist ein Wermutstropfen: Bello, der sonst immer mit von der Partie ist, muss diesmal zuhause bleiben. Denn statt dem Auto ist das Flugzeug angesagt. Schließlich bedeuten Flugreisen im Frachtraum für unsere Vierbeiner eine enorme Belastung, und man sollte sie diesem Stress nur dann aussetzen, wenn es absolut unumgänglich ist. Es stellen sich daher die Fragen: Wer wird den vierbeinigen Hausgenossen während der Abwesenheit versorgen? Wie kann man gewährleisten, dass er sich wohl fühlt? Welche der verschiedenen Möglichkeiten – Hundepension, Hundesitter oder Betreuung durch einen Freund bzw. ein Familienmitglied – ist die richtige für den eigenen Hund?

Art der Betreuung nach Persönlichkeit des Hundes auswählen

„Mein Hund fühlt sich in der Hundepension immer sehr wohl. Soviel Gelegenheit, mit anderen Hunden zu spielen, hat er sonst nie“, erzählen viele Hundebesitzer.
Andere wiederum schwören auf private Betreuung durch einen Hundesitter, der in die eigene Wohnung einzieht. Zweifellos sind in diesem Fall die Veränderungen für den Vierbeiner am geringsten. Für viele Hunde wird die Wohnung eines Familienmitglieds oder eines Freundes, in der sie betreut werden, mit der Zeit zu einem zweiten Zuhause. Für welche Variante Sie sich auch entscheiden: In jedem Fall muss Bellos Betreuung vorab gut vorbereitet sein, damit Ihr Liebling nicht unter der Trennung leidet.

Gewöhnung Schritt für Schritt

„Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Hund seinen Betreuer vorher gut kennen lernt“, betont Dr. Nora Marx-Dawid, Tierärztin und Verhaltenstrainerin. „Das kann auf gemeinsamen Spaziergängen mit dem Hund sein. Zusätzlich sollte man den zukünftigen Hundesitter mehrmals nach Hause auf einen Kaffee einladen bzw. ihn in seiner Wohnung besuchen, falls der Hund dorthin übersiedeln wird“. Dr. Marx-Dawid rät, dass der Hundesitter nach einiger Zeit, die man gemeinsam verbringt, allein mit dem Hund spazieren geht und Herrchen bzw. Frauchen in der Wohnung wartet, bis ihr Liebling zurückkehrt.
Hat man sich für den Aufenthalt in einer guten Hundepension oder einer Hundebetreuungsstätte entschieden, so ist auch hier die schrittweise Gewöhnung das Um und Auf. Die Tierärztin: „Man besucht die ausgewählte Pension mehrmals mit dem Hund, setzt sich eventuell in einen Zwinger, liest Zeitung etc. und signalisiert Normalität, während der Hund mit den anderen vierbeinigen Gästen herumtoben und spielen kann. Dann geht man mit ihm wieder nach Hause“. Je schüchterner Ihr Liebling ist, umso öfter sollten solche Gewöhnungsbesuche stattfinden. Irgendwann lässt man ihn dann eine Nacht dort und holt ihn am nächsten Tag wieder ab.

Gut betreut vom Hundecoach

Auch Hundecoach Bernd H. Pierstorff, der in Breitenfurt bei Wien eine Heimtierbetreuung anbietet, hat mit der schrittweisen Gewöhnung gute Erfahrungen gemacht. Sein Tipp: „Wenn Ihr Tier über Nacht in einer Hundepension oder Betreuungsstelle war, so sollten Sie kurz darauf testhalber mit ihm dorthin zurückkehren. Geht er freudig auf das Tor zu, so hat er sich dort wohl gefühlt, weigert er sich oder reagiert ängstlich, dann war das nicht das richtige und Sie sollten sich nach einer anderen Betreuung umsehen.“ Während die meisten Hundepensionen Zwinger oder Hundezimmer anbieten, teilen sich bei Pierstorff alle betreuten Hunde –
übrigens friedlich – den großen Garten und das Haus. Jeder darf sein, wo er sich wohl fühlt und kann sich seinen Schlafplatz im Haus selbst aussuchen.
Als Betreuer wünscht er sich von den Besitzern seiner zukünftigen Gäste außerdem:
➜ Bei Rüden Kastration
➜ Hündinnen sollten nicht läufig sein und es in der fraglichen Zeit auch nicht werden
➜ Besuch beim Hundefriseur, damit der Vierbeiner mit einem leichten Fellkleid sommerfit ist
➜ 14 Tage vor der Abgabe des Tieres Besuch beim Tierarzt mit Stuhluntersuchung und Ohren-Check auf Milben und Hefepilze
➜ Kontrolle des Impfstatus

Wie wähle ich die passende Hundepension?

Wichtig ist, dass alle dort betreuten Hunde geimpft sind. Achten Sie daher darauf, ob man von Ihnen einen Impfpass verlangt ohne dass Sie darauf hinweisen. Schauen Sie sich die Auslaufmöglichkeiten an sowie eventuell vorhandene Hundezimmer oder Zwinger und fragen Sie, wie viel Zeit der Hund allein darin verbringen muss. Überzeugen Sie sich, dass die Hunde regelmäßig und ausreichend spazieren geführt werden und Möglichkeiten zum Spielen haben. Fragen Sie außerdem nach weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten. Sauberkeit sollte selbstverständlich sein. Ein wichtiges Kriterium ist natürlich auch die Sympathie zwischen dem Hund und den Betreuern.

Einige gesetzliche Vorgaben für Tierpensionen:

  • Getrennte Unterkünfte für Hunde, Katzen und andere Tiere
  • Geeignete Räumlichkeiten zur vorübergehenden getrennten Unterbringung kranker Tiere
  • Geeignete Räumlichkeiten zur getrennten Unterbringung untereinander unverträglicher Tiere
  • Es dürfen nur gesunde und verträgliche Tiere vergesellschaftet werden
  • Ein Zwinger muss mindestens 15m2 groß sein, für jeden weiteren Hund zusätzlich 5m2
  • Im Zwinger muss ausreichend natürliches Tageslicht sowie ein schattiger Platz für jeden Bewohner vorhanden sein
  • Es darf keine Ausbruchsmöglichkeit oder Verletzungsgefahr für den Hund bestehen
  • Der Zwinger muss an der Hauptwetterseite geschlossen sein. Mindestens eine Seite des Zwingers muss freie Sicht nach außen gewährleisten
  • Der Zwinger muss trocken, sauber und ungezieferfrei gehalten werden
  • Miteinander verträgliche Hunde müssen Sichtkontakt zueinan- der haben
  • Für die Betreuung muss qualifiziertes Personal mit Fachkennt- nissen zur Verfügung stehen

Was kommt ins „Reisegepäck“?

Folgende Dinge sollten gemeinsam mit Ihrem Hund übersiedeln:
Für den Hund: Gewohnte Decke, gewohntes Futter, Wasserschüssel, Spielzeug, Kausachen. Ideal ist eine Hundebox, an die der Vierbeiner schon daheim langsam gewöhnt wurde und die am fremden Ort sein Zuhause darstellt.
Für den Betreuer: Impfpass, Chipnummer, Registrierungsnummer einer privaten Datenbank bzw. entsprechenden Anhänger, Informationen über eventuelle Allergien und bei Krankheiten Krankengeschichte, Informationen über notwendige Medikamenteneinnahme, Kontaktdaten des Tierarztes, der den Hund kennt, Namen und Telefonnummern von Freunden oder Familienmitgliedern als Kontaktpersonen, eigene Urlaubsadresse und Telefonnummer, Informationen über persönliche Vorlieben, Macken und Besonderheiten des vierbeinigen Gastes.

Der Tag des Abschieds

„Vermeiden Sie ein großes Abschiedsritual“, warnt Dr. Marx-Dawid. „Gehen Sie mit dem Hund in die mittlerweile bekannte Wohnung des Hundesitters bzw. in die Hundepension. Während der Betreuer mit dem Hund einen Spaziergang macht, gehen Sie fort. Lassen Sie an der Stelle, wo der Hund Sie zuletzt gesehen hat, ein altes T-Shirt, das nach Ihnen riecht, zurück, getragene Socken oder ähnliches.“ Dasselbe Verhalten empfiehlt sich, wenn der Hundebetreuer bei Ihnen zuhause einzieht.
Trennungsschmerz – was können Hundesitter tun?

Eine Herausforderung für Hundebetreuer: Der Schützling ist traurig, verkraftet die Trennung vom Besitzer schlecht.
Dr. Marx-Dawid rät den Betreuern zu folgendem Vorgehen:
❶ Animieren Sie den Hund zum Spiel mit anderen Hunden. Das lenkt ihn ab
❷ Spielen Sie mit ihm vertraute Spiele, mit seinem eigenen Spielzeug
❸ Geben Sie ihm etwas zu kauen, das beruhigt
❹ Trainieren Sie mit ihm Tricks (z.B. Pfote geben), die er gut kennt. Diese sind positiv besetzt und lösen positive Gefühle aus.

Gerda Rogers – Leihoma von Chris Lohners Hündin Shirley

Prominente Hundebesitzer stehen besonders oft vor dem Problem: Wohin mit dem vierbeinigen Liebling, während sie beruflich unterwegs sind? So auch Chris Lohner, die seit acht Jahren ihr Leben mit einem Cairnterrier-Mäderl namens Shirley teilt. Doch zum Glück gibt es die Star-Astrologin
Gerda Rogers…
„Da unser Hund gerade mit 18 Jahren gestorben war, haben wir der Chris angeboten, auf die Shirley zu schauen, wenn sie unterwegs ist“, erzählt Gerda Rogers, die seither gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Renate als „Omi“ der kleinen Shirley ein zweites Zuhause bietet. Und dass Shirley sich bei den „Omis“ in Baden pudelwohl fühlt, dafür sorgen offenbar auch die Sterne. „Meine Zwillingsschwester Renate und ich sind zwei Steinböcke, die Shirley (sie ist Sternzeichen Krebs) hat den Glücksplaneten Jupiter im Steinbock. Was will man mehr?“
Außerdem wird das Hundemäderl bei den Omis nach Strich und Faden verwöhnt – wie es eben auch bei Menschenomis der Fall ist. „Manchmal will sie gar nicht weg von uns“, lacht die Astrologin stolz. „Uns tut die Trennung natürlich auch jedes Mal weh. Aber wir wissen, dass sie zuhause bei Chris gut aufgehoben ist.“
Und was sagt Chris Lohner dazu? „Es ist wunderbar, dass Gerda Rogers und ihre Schwester Renate meine Hundeomis sind! Wenn ich mal keine Zeit habe, dann ist mein kleines Cairnterrier-
Mäderl dort bestens aufgehoben. Spazieren, spielen und: Es wird für Shirley gekocht! Verwöhnung pur. Zuhause gibt es dann wieder gesundes Hundefutter, und ich lande kurzfristig auf einem relativ schlechten Platz auf der Beliebtheitsskala…“

Von Hannelore Mezei