Gehörgangsentzündung bei Hund und Katze

Schmerzhaft und häufig chronisch!

Schmerzhaft und häufig chronisch!Frau Doktor, der Poldi lässt uns keine Nacht mehr schlafen! Er kratzt sich wie besessen an den Ohren und wenn er damit aufhört, dann schüttelt er den Kopf so heftig, dass seine Ohren ein Geräusch machen wie beim Clicker-Training. Außerdem riecht er ausgesprochen unangenehm aus dem Ohr. Was ist los mit dem Hund?“ fragt Poldis Herrchen besorgt die Tierärztin. Auch das Frauchen von Katze Sally ist beunruhigt: Sally leidet offensichtlich unter großem Juckreiz an den Ohren; sie hat sich die Ohrmuscheln bereits völlig wund gekratzt. Ihre Gehörgänge sind mit einem bröckeligen, dunklen Sekret gefüllt, das ein wenig an Kaffeesud erinnert. Die Ursachen des Ohrenleidens von Poldi und Sally sind unterschiedlich: Beim Pudelrüden Poldi ist der Gehörgang sehr eng und stark behaart und dementsprechend schlecht belüftet. Durch dieses veränderte Mikroklima im Gehörgang kam es zur übertriebenen Vermehrung von – auch im gesunden Ohr vorhandenen – Hefepilzen und Bakterien. Diese führen unbehandelt zu schmerzhaften, chronischen Entzündungen des Gehörgangs. Gelbliches, übelriechendes Ohrsekret tritt aus und die Innenhaut kann so stark anschwellen, dass das betroffene Tier schlecht hört. Bei Katze Sally verursachen Ohrmilben den schlimmen Juckreiz. Ohrmilben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die im Ohr herumkrabbeln, Gänge in die Haut des Gehörganges bohren und dadurch heftigen Juckreiz und Entzündungen verursachen. Bauernhofkatzen leiden besonders oft darunter. Das Ohrsekret erscheint bei Milbenbefall schwarzbraun und bröckelig. Der Volksmund differenziert in solchen Fällen nicht, sondern spricht einfach von „Ohrenzwang“.

Durchbruch durchs Trommelfell verhindern

Ohne Behandlung würde es bei Poldi und Sally durch die Ansiedelung von Eitererregern zu schweren eitrigen Entzündungen und schließlich zum Durchbruch des Eiters durchs Trommelfell ins Mittelohr kommen. Taubheit kann die Folge sein. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, rechtzeitig den Tierarzt aufzusuchen. Dieser stellt dann die Ursache der Erkrankung fest und leitet die passende Therapie ein.

Nur rasche Behandlung verhindert chronische Entzündung

Unabhängig von der Ursache der Gehörgangsentzündung zeigt der Ablauf von der akuten zur chronischen Entzündung ein bestimmtes Muster: Im akuten Zustand ist der Gehörgang gerötet und verschwollen, wodurch die Selbstreinigung des Ohres versagt. Jetzt verändert sich die Keimbesiedelung im Vergleich zum gesunden Ohr rasch; normalerweise in geringer Anzahl vorhandene Hefepilze und Bakterien vermehren sich im entzündeten Ohr rapide und andere Erreger kommen dazu. Wenn nicht eine unmittelbare Behandlung einsetzt, ist der Übergang in die chronische Entzündung nicht mehr aufzuhalten. Deshalb entnimmt der Tierarzt zuerst einen Ohrabstrich für die zytologische Untersuchung – durch diese kann eine Infektion des Gehörganges früh und sicher festgestellt werden. Danach wird der Gehörgang vom Tierarzt bis zum Trommelfell gereinigt. In den gereinigten Gehörgang werden juckreiz- und schmerzstillende, entzündungshemmende und erregerabtötende Wirkstoffe eingebracht. Sehr gut wirksam sind Aurizon Ohrentropfen, da diese eine Trias an Wirkstoffen enthalten: Dexamethason stillt Juckreiz und Schmerz und reduziert die Schwellung des Gehörgangs, wodurch die Belüftung verbessert wird. Clotrimazol wirkt radikal gegen Hefepilze. Der dritte Wirkstoff – Marbofloxacin – wirkt hervorragend gegen alle bakteriellen Erreger, die bei Gehörgangsentzündungen vorkommen und ist auch das bestwirkende Antibiotikum gegen den bei Ohrentzündungen oft vorkommenden Problemkeim „Pseudomonas“. In besonders hartnäckigen Fällen kann Marbofloxacin zusätzlich zur lokalen Therapie in Form von Marbocyl-Tabletten verabreicht werden und so auch über den Blutweg wirken. Vor dem Eintropfen ist es wichtig, den Gehörgang mit Otifree- Ohrreiniger zu reinigen. Es ist dies eine reinigende und pflegende Ohrspülung mit intensivem Lösungsvermögen für Ohrenschmalz und Schmutz. Die Inhaltsstoffe Calendula(Ringelblume) und Basilikumöl unterstützen die Normalisierung der Hautstruktur.

Ursächliche Auslöser von Gehörgangsentzündungen:

Atopie/Allergie: Da die Auskleidung des Gehörganges ein Teil der äußeren Haut ist, leiden Tiere mit allgemeiner allergischer Disposition und Futtermittelunverträglichkeiten besonders häufig unter Erkrankungen des Gehörgangs. Aber prinzipiell können alle Hauterkrankungen eine Mitbeteiligung des Gehörganges nach sich ziehen.

Ektoparasiten: Ohrmilben sind die häufigsten Parasiten, die in den Gehörgängen von Hunden und Katzen nachgewiesen werden. Sie haben beißende Mundwerkzeuge, mit denen sie die Auskleidung des Gehörgangs direkt schädigen. Fremdkörper: Der klassische Fremdkörper – vor allem in Hundeohren – ist der sogenannte „Schliefhansel“. Dabei handelt es sich um die Grannen der Mäusegerste, die sich in die Haut einspießen.

Verhornungsstörungen der Haut im Gehörgang: Treten besonders häufig beim Cocker Spaniel auf.

Veränderung der Drüsen im Ohr: Dadurch kann es zur verstärkten Produktion von Ohrenschmalz kommen, das schließlich nicht mehr nach außen transportiert werden kann und den Gehörgang luftdicht verschließt.

Das begünstigt Gehörgangsentzündungen:

  • Hunderassen mit Hängeohren (z.B. Basset, Cocker Spaniel), engen Gehörgängen (z.B. Rottweiler, Cocker) und stark behaarten Gehörgängen (z.B. Pudel, Terrier) sind besonders oft davon betroffen. Auch hohe Temperaturen im Sommer und ein feuchtes Milieu im Gehörgang – z.B. bei Hunden, die gerne schwimmen – begünstigen das Entstehen von Entzündungen.
  • Übertriebene Pflege des Hundeohrs durch den Tierbesitzer kann zu Irritationen des Gehörgangs führen. Da sich ein gesundes Hundeohr von selbst reinigt, sollte auf das Putzen mit Wattestäbchen verzichtet werden.
  • Neubildungen im Gehörgang, wie zum Beispiel Polypen fördern die Entstehung von Entzündungen.

 


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