Trockenes Auge ernst nehmen

Ohne Behandlung droht Erblindung

Augen, so trocken wie die Wüste, haben nicht nur viele Menschen, sondern auch überraschend viele Hunde. Aber anders als beim Zweibeiner ist die Ursache des Trockenen Auges beim Vierbeiner meist eine erblich bedingte Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem des Hundes die eigenen Tränendrüsen als „fremd“ einstuft und diese mit Antikörpern angreift, um sie zu zerstören. Als Folge davon wird zu wenig bis gar keine Tränenflüssigkeit mehr gebildet, und das Auge trocknet aus – dadurch steigt das Risiko für Infektionen, was sich in hochroten Augen, geschwollenen Lidern und eitrigem Augenausfluss zeigt. Auch häufiges Blinzeln und Lichtscheue des Tieres fallen dem Tierhalter auf. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung quillt die Hornhaut auf, Blutgefäße wachsen ein, es kommt zu Unebenheiten und Pigmentierung und schließlich zum Hornhautgeschwür und im schlimmsten Fall zur Perforation der Hornhaut und Erblindung.

Jeder 20. Hund vom Trockenen Auge betroffen!

Heute weiß man, dass von zwanzig Hunden vermutlich einer am Trockenen Auge erkranken wird. Besonders gefährdetet sind folgende Rassen: Cavalier King Charles Spaniel, Mops, Lhasa Apso, Shih Tzu, Yorkshire Terrier, Bulldogge, West Highland Terrier und Cocker Spaniel. Bei Vertretern dieser Rassen tritt das Trockene Auge noch häufiger auf – einer von zwölf leidet daran.

Anzeichen_fuer_ein_trockenes_Auge

Schirmer Tränentest sichert frühzeitige Diagnose

Die durch die Autoimmunkrankheit entstandenen Defekte der Tränendrüsen können – selbst mit der besten Behandlung – nicht mehr rückgängig gemacht werden. Um zu verhindern, dass mit dem Fortschreiten der Erkrankung die Tränendrüsen vollständig zerstört werden, ist die frühzeitige Diagnose des Trockenen Auges wichtig. Es sollte daher bei jeder auch noch so harmlos erscheinenden Augenentzündung routinemäßig der Schirmer Tränentest durchgeführt werden, um das Trockene Auge auch im Anfangsstadium nicht zu übersehen oder es als Ursache für das Augenproblem ausschließen zu können. Der Test ist nicht schmerzhaft – eine Sedierung des Tieres also nicht nötig – und schnell durchzuführen: Der Tierarzt hängt einen speziellen Filterpapierstreifen im unteren Augenlid beider Augen des Hundes ein. Nach nur 60 Sekunden wird der Streifen wieder entfernt und gemessen, wieviel vom Papierstreifen durch die Tränenflüssigkeit benetzt und verfärbt wurde. Ab Werten von 15 mm aufwärts ist das Auge gesund, alles darunter weist auf zu wenig Tränenflüssigkeit hin.

Nur lebenslange Therapie schützt vor Erblindung

Damit das Immunsystem dauerhaft gebremst und die Tränendrüse nicht weiter geschädigt wird, benötigen betroffene Vierbeiner eine lebenslange Behandlung. Diese erfolgt mit der einzigen für die Behandlung des Trockenen Auges beim Hund zugelassenen Augensalbe mit dem Wirkstoff „Ciclosporin A“. Der genannte Wirkstoff stoppt durch seine immunsuppressive Wirkung die weitere Zerstörung der Tränendrüse, regt die Produktion von Tränenflüssigkeit an und bekämpft schmerzhafte Entzündungen des Auges. Je früher mit der Therapie begonnen wird, umso schneller zeigt sich der Erfolg. Dieser kann bei den regelmäßigen Nachuntersuchungen durch den Schirmer-Tränentest dokumentiert werden. Eine Verbesserung im Schirmer-Tränentest ist ein gutes Zeichen für einen Therapie-Erfolg. In den meisten Fällen sieht man schon nach zehn bis vierzehn Tagen eine allgemeine Besserung: Es wird mehr Tränenflüssigkeit produziert, die schmierigen Beläge gehen zurück, und das Auge erscheint feuchter und klarer.

Augensalbe richtig anwenden

Vor der Anwendung der Augensalbe muss das Auge mit einer geeigneten, nicht irritierenden Lösung gereinigt werden; gut geeignet ist zum Beispiel Borwasser aus der Apotheke oder verdünnter und filtrierter Käsepappeltee. Die Reinigung des Auges muss immer vom äußeren Augenwinkel zur Nase hin erfolgen. Zweimal täglich wird ein 1cm langer Salbenstrang in den Bindehautsack des Auges appliziert. Wichtig: Betroffene Hunde müssen ihr ganzes Leben lang mit Ciklosporin-Augensalbe behandelt werden; wird die Behandlung abgesetzt, weil es „dem Hund doch ohnehin schon wieder so gut geht“, lässt die Tränenproduktion schnell wieder nach, und es kommt zum Rückfall.

Schäferhundkeratitis nicht mit Trockenem Auge verwechseln

Obwohl auch dieSchäferhundkeratitis (Keratitis superficialis chronica) eine Autoimmunkrankheit ist und im Verlauf und in der Symptomatik dem Trockenen Auge sehr ähnlich ist, besteht doch ein gravierender Unterschied: Anders als beim Trockenen Auge greift das körpereigene Immunsystem nicht die Tränendrüsen, sondern direkt die Hornhaut an – die Tränenproduktion ist nicht eingeschränkt, der Schirmer-Tränentest fällt normal aus. Den Hundehaltern fällt meist als Erstes auf, dass sich in den Augenwinkeln undurchsichtige, unebene rote Flecken auf der Hornhaut gebildet haben, welche sich im weiteren Verlauf grauweiß eintrüben. Die Ursache dieser Flecken ist das Einwachsen von blutgefäßhaltigem Granulations- und Bindegewebe in die oberen Schichten der Hornhaut. Diese graurosa Gewebewucherungen beeinträchtigen das Sehen. Die Schäferhundkeratitis scheint rassebedingt zu sein und tritt vornehmlich beim Deutschen Schäferhund, Schäferhund-Mischlingen und Rottweiler auf. Die Augenveränderungen werden ab dem zweiten Lebensjahr beobachtet und treten zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr gehäuft auf. Ohne Behandlung schreitet die Krankheit schubweise fort, und im Endstadium verliert die Hornhaut durch Pigmenteinlagerung ihre Durchsichtigkeit. Da die Schäferhundkeratitis fast immer an beiden Augen auftritt, kann der betroffene Hund völlig erblinden. Auch bei der Therapie der Schäferhundkeratitis ist die für den Hund zugelassene Augensalbe mit dem Wirkstoff „Ciclosporin A“ das Mittel der Wahl. Es wird dadurch eine weitere Schädigung der Hornhaut durch das Immunsystem unterdrückt. Bestehende Gewebewucherungen in der Hornhaut können mit der Augensalbe zur Auflösung gebracht und das Sehvermögen stabilisiert werden. Genau wie beim Trockenen Auge gilt auch hier: Nur lebenslange Therapie schützt vor Erblindung!

 


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